Zufallsbild Stamm Waldreiter
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Die letzten paar Jahre

Hanjo erzählt...

Nachdem fast zwei Jahre lang ein Text, den ich nicht zur Veröffentlichung vorgesehen hatte, auf den Waldreiterseiten stand, blicke ich nun total autorisiert zurück und entschuldige mich bei allen, die sich ›gedisst‹ oder vergessen gefühlt haben.

Also: Gegen Ende der Achtziger hatte die Waldreiter viel weniger Mitglieder als heute, zwei Sippen, eine Meute und 15 kleine Bäären, die den Stamm langsam wieder aufpäppelten. 15 kleine Bäären? Ja, genau: Dieses Lied war das Abendlagerlied der Bäären, mal schauen, ob ich die fünfzehn Namen noch aus dem Stegreif zusammenkriege: Hulle, Eike, Christoph, Mathias, Christian, Kirsi, Sven, Jan, Arne, Dodo, Moritz, Pulla, Björn, Garfield. Sind schonmal vierzehn. Die Sippen hießen ›Herzensritter‹ und ›Berglöwen‹ (Arne Scheehl grummelt immer noch, wenn ich ihn dieser Sippe zuschlage, aber es gab sie tatsächlich). Bei den Herzensrittern waren: Florian ›Flo‹ Schirmer, Nils ›Booker‹ Hilbert, René ›Candyman‹ Süßmann (der Bruder vom früheren Stafü Axel Süßmann), Hendrik ›Henner‹ Krey, Michael ›Doc Brown‹ Trucks, Oliver ›Letsche‹ Jordan (der zwischenzeitlich aus- und später wieder eintrat), Holger ›Pacman‹ Schippmann (Holger »kommt nächsten Sonntag mal vorbei«), Knut Ettling (kurz) und ich. Geleitet wurde das ganze von Arne ›Kiehn-machine‹ Kiehn und Jan ›Pleffi‹ Plewka (ja, genau der). Später von Matze Mergardt, Björn Mühlena und manchmal auch Hulle, der später den Titel des Ehren-Herzensritters gerne annahm, als wir schon lange das ›Herzensritter-Power-Team HPT‹ waren. Bei den Berglöwen, die von Christian Schmelzer geleitet wurden, waren Arne ›Scheehlchen‹ Scheehl, Leif Tolle, Silvia Büchner (glaub’ ich), Philipp Osterloh, Ronald Homburg und Gisela Scheeser. Später dann noch Thomas Nebel und Melanie Poller. Die zwei Dennisse (Rose und den andern) krieg’ ich grad nicht unter. Genauer lässt sich das allerdings auch gar nicht sagen, weil einige Berglöwen dann dringend zu den Herzensrittern wollten, es dort aber ziemlich schwer hatten. Leif bliebt jedenfalls, Gisela Scheeser trat aus und Scheehlchen… ging nach Amerika? Aber die Herzensritter waren sowieso die beste (und konsumkackendste) Sippe überhaupt. Gekonnt ignorierten wir auf dem Bula ’89 alle Programmangebote seitens der Landeszentren und vergnügten uns mit den lokalen Schönheiten im örtlichen Freibad. Leider endeten diese ›Versuche‹, weil die Mädchen sechs geschniegelte Sipplinge abends am Lagertor vergebens warten ließen. Dafür gingen, oder besser: trampten, wir auf Hajk. Die Aufgaben konnten wir wegen Nebels nicht lösen und hatten stattdessen lieber Spaß. Und unser Hajkbuch dürfte als das schlechteste aller Zeiten in die Geschichte eingegangen sein. Gut, dass Holger es unter dem Pseudonym ›Rammelritter‹ eingereicht hatte. Muss ich erwähnen, dass wir es schafften, beim ›Croque-Shop‹ Besteller des Monats zu werden und die Goldenen Kundenkarte zu kriegen? Doch zurück zu den Gruppen: Christoph und Eike leiteten damals die Meuten Waldläufer I/II, aus denen später (1992) die Kiwus (Sippenführer: Scheehlchen und Leif, in der Sippe u. a. Andi Quandt) und die Rennschnecken (Sippenführer: Chris und Eike, in der Sippe u. a. Matthis und Didi) hervorgingen. Ganz kurz gab es in jenen Jahren die ›Moosgnome‹, eine total verkorkste Mädchensippe: »Voll ghetto«, würde man heute dazu sagen. Kirsi und Dodo hatten ihre liebe Not mit dieser Gruppe, die sich bald auflöste.

Weltenbummler hießen die überlebenden Berglöwen, die zunächst von Nils und Moritz geführt wurden, 1992 gingen sie in der Sippe Los Cuccarachos unter Hulles Leitung auf. Anne und Bine waren in dieser Sippe.

Nachdem die Waldläufer Pfadis geworden waren, hießen die neuen Meuten ›Wüstenrennmäuse‹ (mit Flo und Dodo, später mit Nils) und ›Die Stiere‹ (mit Henner, Michael und mir, später mit Olli Jordan und mir). Bei den Stieren war übrigens ein Wölfling, der später als Stammesführer unter dem Namen Jascha der Unsichtbare bekannt werden sollte. Die beiden Meuten wurden nach ihrem Pfadiversprechen 1995 zu den ›Tatonkas‹ zusammengelegt.

Inzwischen war aber auch in der Rover-Stufe einiges passiert: Die fünfzehn Bäären wurden Anfang der Neunziger immer weniger, wuchsen aus dem Stamm heraus, einige zogen gar weg. Na sowas. Mittwochs war immer der Bäären-Abend gewesen, naturgemäß fanden auch Stammesräte immer mittwochs statt, doch nun blieb das Heim immer öfter verwaist, und der Sonntagabend der Herzensritter wurde Treffpunkt der Roverstufe. Allerdings wurden auch wir nach einem kurzen Revival, nach der Schweden-Fahrt 1994, immer weniger, und so bildete sich eine neue Runde aus allen Resten, die den Stamm nun führte: Chris, Hulle und Eike von den Bäären, Flo, Nils und ich von den Herzensrittern, Arne und Leif von den Berglöwen und Anne und Bine von den Cuccarachos – das war der harte Kern, andere schauten hin und wieder rein, besonders beliebt waren lange Abende vor dem Kamin, die ohne Rücksicht auf die Uni bis in den frühen Montagmorgen ausgedehnt wurden. Übrigens: Waren unter der Ägide der Bäären Pop-Songs an der Tagesordnung gewesen, so wurde jetzt langsam bündisches Liedgut wieder lebendig, Landeskurse, die seit 1990 wieder von Sipplingen besucht und später auch von Waldreiter-Rovern geteamt wurden, trugen dazu bei. Überhaupt wurde der Landesverband wieder wichtiger, die Teilnahme an Stafü-Treffen und Landesversammlungen wieder zur Regel. Das war nicht immer so. Ich erinnere mich an durchfeierte Pfingstlager, auf denen wir abends die Landesleitung zu Gast hatten, am nächsten Morgen aber wegen zu lauten Sanges gerügt wurden. Während der Morgenrunde schliefen wir lieber und als Sippen anderer Stämme bei uns eine AG angeboten bekommen wollten, saßen wir noch planlos und mit kleinen Augen beim Frühstück. Das alles, wie gesagt, änderte sich dann. Böse Zungen behaupteten damals, wir würden spießig, aber der Erfolg sollte uns recht geben: Fast achtzig Mitglieder, neue Meuten zuhauf, und mitunter kamen Meutenführer mit mehr Wölflingen aus dem Wald zurück, als sie mit hineingenommen hatten.

Weiter oben hatte ich einen Kamin erwähnt: Ein eisernes Ungetüm, dass aus dem Hause der Familie Mergardt zunächst in das Kaminzimmer der alten Villa in Ahrensburg gewandert war, und nach deren Abriss seinen Platz vor dem Pfadi-Heim in Großhansdorf gefunden hatte. Die alte Villa stand übrigens der Verkehrsplanung der Stadt Ahrensburg im Weg und wurde 1990 abgerissen (etwa dort, wo man, aus dem Tunnel kommend, bei der AOK auf den Nessler-Parkplatz fährt). In diesem Kaminzimmer hatte es damals schon ein gemeinsames Alt-R/R-Projekt der Stämme Inka und Waldreiter gegeben, das zum Beispiel Gruppenleitertraining für beide Stämme anbot. Besonders Christoph und Mathias waren hier engagiert. Nach dem Ausbau der neuen Villa formierte sich die Runde neu, ist aber, soweit ich weiß, seit ein paar Jahren in einen Dornröschenschlaf gefallen. Im Alt-R/R-Raum in der neuen Villa (sozusagen dem neuen Kaminzimmer, bloß ohne Kamin) tagt heute die Piratenschaft Südstormarn.

Wieder zurück zu den Gruppen der Waldreiter: ›Dinotrolle‹ hieß die Meute von Anne und Bine, die später von Scheehlchen übernommen wurde; Holger Behrens, Thomas Weiß und Ole Reißmann gehören zu dieser Gruppe, die 1997 erstmals auf Sommerfahrt ging.

Tja, und dann waren die Rennschnecken und die Kiwus schon Ranger/Rover, leiteten Gruppen (Die flinken Waschbäären, Die Kinder von Bullerbü, beide Gruppen wuchsen zur W13 zusammen, außerdem die Gallier). Über die Zeit sollte schon jemand anderes schreiben: Die alte Sonntag-Abend-Crew löste sich langsam, spätestens 1999, auf, die jüngeren wuchsen nach. War Scheehlchen tatsächlich bis ’99 Stammesführer? Didi löste ihn ab, und Andi Quandt mich als Kassenwart, doch auch deren Zeit ist schon länger vorbei. Aber, jaha, kein Abschied ist für immer: Abgesehen davon, dass man sich immer wieder auf der einen oder anderen Party trifft, gibt es gelegentliche Alt-R/R-Aktionen. Außerdem haben wir im letzten Winter den Förderverein ›Freundeskreis Stamm Waldreiter‹ gegründet, den Hulle, Eike und Arne leiten.

Tja, das war also eine Menge ›Namedropping‹ aus den vergangenen…hui, fünfzehn, sechzehn Jahren. Zum Schluss könnte man noch mit zwei Zeitleisten versuchen, den Rückblick zu komplettieren:

Stammbaum